Freitag, 6. Juli 2012

Weißer Kenianer mit "weicher Birne" ...

Die schwere Niederlage, die der Weiße Kenianer bei der großen "Schlacht um ...
den Buchstabenteich" einstecken musste, lässt sich am besten mit dem alten Spruch:
"Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt", auf den Punkt bringen.

Die letzten Wochen der Vorbereitung liefen optimal und auch vor Ort ließ sich der Weiße Kenianer von den hitzigen Diskussionen und Spekulationen ob man jetzt mit oder ohne Gummirüstung in die Schlacht ziehen dürfte nicht verunsichern. Auch von immer nervöser werdenden Kenianischen Kriegern ließ er sich nicht anstecken oder sich gar "giganto-isch" aus der Ruhe bringen.


Im Kenianischen Basislager bereite sich der Weiße Kenianer 
gemeinsam mit seiner Familie auf den großen Tag vor.

Und dann, der erste große Auftritt: die große Kalorienschlacht bei der Nudelparty!

Gemeinsam mit dem Hopfentee Kenianer und der Kenianischen Bergfräse stürzte sich der Weiße Kenianer auf die Nudelberge. Und hier gleich einmal ein erstes, großes Lob an die "Kriegsherren am Buchstabenteich". Trotz großen Andrangs im Fress-Tempel gab es keine Wartezeiten für die hungrigen Krieger. Langes Anstellen blieb einem völlig erspart, da die flinken Helfer die nudeligen Kalorienbomben in großen Schüsseln zu den Tischen brachten.

Der Weiße Kenianer stellte einen neues "Personal Best" in Sachen "Fress-Leistung" auf. So gelang es ihm, sich dermaßen voll zu stopfen, dass er hinterher Bauchmuskelschmerzen durch Überdehnung von Innen hatte. Will heißen, die "Wampen" war so prall gefüllt, dass der aufgeklebte Sixpack gespannt war wie ein Regenschirm ...

Dann endlich der Tag X: 7:00 Buchstabenteich Ortszeit! Gemeinsam mit dem Dompteur stand der Weiße Kenianer Schulter an Schulter und ohne Gummirüstung am Start. Unmittelbar vor dem Start wünschte sich der Weiße Kenianer kurzfristig - wie sehr viele Krieger - doch auch die Gummirüstung herbei, denn er hatte Angst das Herz, das ihm schon beim Betreten des Strandbades in die Hose gerutscht war, könnte unten aus dem HN-Einteiler fallen ...

Und dann auf einmal schwamm er inmitten von über 2000 Kriegern im großen Buchstabenteich - der Rhythmus und passende Beine eines Vordermanns waren schnell gefunden. Am Rückweg von der zweiten großen Boje Richtung Lendkanal befand sich der WK allerdings kurzfristig auf der nicht nur politisch völlig falschen Seite: ganz rechts außen ...

Gemeinsam mit einem großen, unbekannten Krieger hieß es eine Koalition der Mitte zu bilden und zurück nach links zu schwimmen, um in den Lendkanal zu kommen. Im Lendkanal gab es die beiden ersten großen Aha-Erlebnisse des Tages.

1. Sich an fast bis an die Wasseroberfläche wuchernden Schlingpflanzen vorwärts zu ziehen, 
    macht nicht schneller.

2. Das Gummirüstungsverbot verhinderte offensichtlich den üblichen Stau im Lendkanal.

Jedenfalls konnte der Weiße Kenianer auch im Lendkanal ohne Feindkontakt schön sein Tempo halten und die Tatsache, dass sich im Kanal noch relativ wenige Mitstreiter befanden, musste wohl heißen, dass er gut unterwegs sei. Davon beflügelt ließ sich der Weiße Kenianer zu einer kleinen Winkorgie hinreißen um die Kenianische Wasserträgerin, den Stammeshäuptling samt Anhang und vor allem die Weiße Kenianerin und die besten Fans der Welt (seine beiden Söhne) zu grüßen.

Kleine Lendkanal-Winkstudie mit Anleitung:


1. Der "Wo-stehen-meine-Fans"-Rundumblick.



2. Vorsichtiges Anwinkeln und warten auf Feedback.



3. Großes "High Five" vor dem Abtauchen!

Kaum fertig gewinkt befand sich der WK auch schon am Ausstieg und lief Richtung Wechselzone. Kein Schwindelgefühl beim Anlaufen nach dem Ausstieg - wunderbar - im Wasser nicht überzogen. Über die Lautsprecher ertönte, dass die Schlacht mittlerweile eine Stunde und 10 Minuten alt sei, was den WK, der gerade durch die jubelnden Zuschauer lief weiter beflügelte. 

Schwimmzeit: 1:08:45 ohne Gummirüstung, da war der WK mehr als zufrieden.

Vor allem da er jetzt endlich auf sein geliebtes HN-Schlachtross steigen durfte um 180 km lang seiner Lieblingsdisziplin frönen zu dürfen. Am Schlachtross dann das nächste Aha-Erlebnis. Sämtliche Kenianischen Alt-Krieger hatten dem WK angekündigt, dass man bei der "Schlacht am Buchstabenteich" fast nie einsam und alleine in den Sonnenaufgang reitet. Vielmehr würden sich ständig Grüppchen bilden, die spätestens in der zweiten Runde zu immer größeren Gruppen würden.

Aber auch hier dürfte das in 14 Jahren Buchstabenschlacht-Geschichte erstmals ausgesprochenen Neo-Verbot "gewirkt" haben, denn der Weiße Kenianer kann mit Stolz behaupten, dass er die gesamten 180 km völlig "lutschfrei" absolviert hat.

Ende von Runde 1: Hier ist die weißkenianische Welt noch in Ordnung ...

Die erste 90-km-Runde ging es wirklich wunderbar dahin und nach 2,5 Stunden ging es für den WK, der auch brav darauf geachtet hatte sich in Runde 1 nicht abzuschießen, in den zweite Schleife. Doch nach rund 100 km begann alles anders zu werden ...

Der weißkenianische Puls begann - trotz der immer größer werdenden Hitze - zu fallen anstatt zu steigen und der WK brachte - vor allem bei den Anstiegen - kaum mehr Druck auf die Pedale. Der Garmin spuckte nach der Schlacht einen Durchschnittspuls von 137 für den 180 km Ritt aus - da erzielte der WK zu Hause vor dem Fernseher bei der Fussball EM höhere Werte ...

Vor dem Rupertiberg pockte dann auch noch kurz das Schlachtross. Die Kette sprang von der großen Scheibe ins Nichts und verklemmte sich in der Hinterbremse. Nach kurzem kenianischen Liebesgesang ging es mit verschmierten Händen und leicht schleifender Hinterbremse zum zweiten Mal den berüchtigten "Ruperti" hoch. Im Anstieg schloss Giganto Wadela zum WK auf. Nach einem kurzen Kenianischen Plauscherl musste der WK seinen Freund und Trainingspartner ziehen lassen - ein weiteres Zeichen, dass irgendwie Sand ins Getriebe gekommen war.

Froh den Rupertiberg beim zweiten Mal überhaupt noch besiegt zu haben, ging es mehr rollend als tretend zurück in die Wechselzone. 5:17:22 war zwar über der geplanten Radzeit, doch das die 5-Stunden-Schallmauer bei der großen Hitze nicht fallen würde, war von vornherein klar gewesen. Also war alles noch in bester Ordnung, versuchte sich der WK selbst zu überzeugen.

Der Weiße Kenianer redete sich ein, dass der niedrige Puls und die Rollphasen am HN-Schlachtross eine optimale "Vorbereitung" für den abschließenden 42,1 km langen Infanteriemarsch seien. Er hatte sich nicht - wie befürchtet - am Rad abgeschossen, und den Lohn dafür, würde er jetzt laufend ernten können. 

Tatsächlich fühlten sich die jetzt mit Omotions geschmückten Beine auch sehr gut an beim Weglaufen, und auch der richtige Schritt für die geplante Laufbase von 5:30 bis 5:40 pro Kilometer war schnell gefunden. Noch bester Dinge ging es vorbei am Stammeshäuptling samt Schlachtenbummler und an den besten Fans der Welt:

Die besten Fans der Welt!!!

Doch dann schlug bereits bei Laufkilometer 3 wie aus heiterem Himmel der Blitz oder vielmehr die Sonne ein. Auf einmal fand sich der Weiße Kenianer gehend wieder - Flasche leer??? Wobei er weder Durst noch Hungergefühl verspürte. Dafür lief es dem WK plötzlich kalt über den Rücken und er bekam eine "Ganserlhaut". 

Wenn einem bei gut 40 Grad in der prallen Sonne an einem der heißesten Tage in Österreich ever, kalt wird - ist das wohl nicht gerade das beste Zeichen. Bis Kilometer 5 wo sich die zweite Labestation befand quälte sich der WK noch weiter. Wobei quälte das falsche Wort ist. Irgendwie war einfach der Ofen aus, wie es sich schon am Schlachtross angekündigt hatte. Der Weiße Kenianer kam gar nicht dazu zu kämpfen, sich zu quälen und mit eisernen Willen den Körper zu zwingen doch weiter zu machen ...

Irgendwie hatte der Körper völlig auf "Not-Aus" geschalten und der WK wollte nur mehr aus der Sonne. Obwohl für den WK bereits vor dem Start klar war, dass heute nur finishen zählen würde, kämpfte er nicht weiter. Sich einmal hinsetzten, eine Pause zu machen, zu essen und zu trinken und es dann wieder zu versuchen - solche Gedanken kamen ihm nicht einmal in den Sinn - und das obwohl er noch über 10 Stunden Zeit zum Finishen gehabt hätte.

Der Weiße Kenianer wollte nur mehr in den Schatten und zu seinen Liebsten. Mit der Familie ging es dann ins Strandbad (von der Schlacht wollte der WK nichts mehr sehen) und dort in den ersehnten Schatten, wo der WK sofort einschlief.

Nach einer guten halben Stunde, war der WK wieder halbwegs munter und fühlte sich auch wieder halbwegs fit. Gedanken wie: "Mist! Habe ich zu früh aufgegeben?", schossen ihm durch den Kopf. Zur Ablenkung begleitete er die besten Fans der Welt zur Wasserrutsche. Doch kaum wieder in der Sonne begannen fast wie auf Knopfdruck Übelkeit und Kopfweh.

Nach einer kurzen Rücksprache mit der Tri-Hexe war klar, dass sich der Weiße Kenianer bereits am Schlachtross einen Sonnenstich eingefangen hatte, und das trotz Verzichts auf den Aerohelm und ständigen Kühlens mit Wasser bei den Labestationen ...

Somit war klar, dass der Weiße Kenianer an diesem Tag das Ziel nie gesehen hätten, denn 37 Kilometer, großteils in der prallen Sonne, wären nicht einmal gehend zu bewältigen gewesen. Wahrscheinlich hätte sogar noch längeres Stehen in der Sonne zum völligen K. O. genügt. Das Einzige, dass der WK an diesem Tag noch hätte erreichen können, wäre ein Gratis-Taxi Richtung LKH Klagenfurt ...

Dieses Taxi mussten leider das Kenianische Schwimmwunder (hier nachzulesen) und der Großwildjäger (Kreislaufkollaps) nehmen. Und selbst seinem Erzfeind, dem Großwildjäger hatte der WK nicht so ein bitteres Ende für die große Schlacht gewünscht. Gerne hätte er mit ihm bis zur Ziellinie um jeden Meter gekämpft ...

Am Rande sei jedoch erwähnt, dass der Weiße Kenianer immerhin 4 Kilometer weiter gekommen ist beim Infanteriemarsch als der Großwildjäger ...

Die Schlacht am Buchstabenteich 2012 wird wohl als heißeste und härteste Schlacht in die Ironman Austria Geschichte eingehen. Rund 300 Krieger warfen sich ohne Neo gar nicht in die Fluten und über 600 Krieger mussten aufgeben. Und für einen Großteil der großen Helden hieß finishen an diesem Tag es irgendwie zu schaffen erst nach der Ziellinie zu kollapieren ...

Der Weiße Kenianer verneigt so tief wie nur irgendwie möglich (bis zum Bandscheibenvorfall) und zieht den Kenianischen Aerohelm vor jedem einzelnen Finisher. Diesmal haben es wirklich nur die Härtesten der Harten unter der Sonne (!!!) geschafft!

Besonders gratulieren möchte der Weiße Kenianer der Kenianischen Bergfräse, der mit Platz 4 in der M 50 als bester Österreicher, der erfolgreichste Kenianische Krieger bei der Mutter aller Schlachten war, und heroisch auf seinen Hawaii-Slot verzichtete. (hier nachzulesen)

Und die Leistung von Giganto Wadela bei seinem ersten Ironman lässt sich auch für den WK gar nicht in Worte fassen, einfach nur GIGANT-O-ISCH!!! (hier der Link zum Nachlesen).

Gratulation auch an Miss Hot-Iron, die sich ihren Traum vom Hawaii-Slot erfüllte.

Ein großes Danke an alle die mich unterstützt haben, vor allem auch dafür, dass sie nicht von mir enttäuscht waren (oder es zumindest nicht zeigten). Danke auch an den Dompteur für die gute Vorbereitung auf die große Schlacht. 
Gegen einen Sonnenstich gibt es leider noch keine Trainingseinheit ...

Der größte Dank gilt natürlich der 
Weißen Kenianerin und meinen beiden Söhnen!!!

Denn die Familie und die Gesundheit sind wichtiger als alle Finisher-Medaillen der Welt!!!

Dass man beides auch auf sehr romantische Art und Weise mit einander verbinden kann, haben die Kenianischen Grafen von Tri bewiesen. Der Kenianische Graf alias der Rote Lanzarotter, als "Weißbrot" natürlich überhaupt nicht für eine Hitzeschlacht in der prallen Sonne gebaut, finishte -nachdem er eigentlich schon aufgeben wollte - gemeinsam mit seiner Gräfin von Tri

Und neben allen Top-Leistungen war die positivste Meldung des Wochenendes, dass eine unverwüstliche Kenianische Wildkatze schon bald wieder (nicht nur mit dem Wildkater) wird brüllen können!

Wie es mit dem Weißen Kenianer weiter gehen wird, steht noch in den Sternen. Fest steht, dass jetzt einmal zwei Spaß-Schlachten in Neuberg und Gösselsdorf auf dem Programm stehen. Mehr dazu in Kürze ...

Hakuna Matata!!!


Kommentare:

  1. Habe für 2013 kühleres Wetter bestellt! See you there bzw... vorher ziehen wir gemeinsam in die Schlacht in Gösselsdorf!

    Ein anonymer Bewunderer!

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  2. Lieber anonymer Bewunderer,

    Danke für Deine Bestellung ich werde aber ev. erst 2014 in der M40 mit beginnender Midlife Crisis "zurückschlagen".

    Würde mich freuen, wenn Du Dich in Gösselsdorf enttarnen würdest bei einem gemeinsamen "After Race"-Drink!

    glg
    WK

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  3. Ich werde dir von hinten Deckung geben! Wenn du dann im Ziel mit einem kalten Bier wartest.......

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  4. Wunderbar! "Ausgredt"!!!

    Freue mich auch das bierige "Blind Date" im Ziel.

    glg
    WK

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  5. Liebster Anonym,

    ich irre noch immer im Zielgelände umher und warte auf Dich ... vergeblich ...

    Ich bin untröstlich!!!!

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