Donnerstag, 31. Mai 2012

31: Lustiges "GPS-Malen nach Qualen"!

Wer hat behauptet Sport oder vielmehr harte Trainingseinheiten wären stumpfsinnig? ...
Böse Anti-Sportlerzungen behaupten wir Kenianischen Krieger würden nur eintönig vor uns "hinkoffern". Doch da haben sie die Rechnung ohne den Wirten - sprich dem Dompteur gemacht.

Denn für die gestrige Trainingseinheit hat sich der Dompteur etwas ganz Kreatives und Lustiges für den Weißen Kenianer einfallen lassen: "GPS-Malen nach Qualen"!

Man nehme eine handelsübliche GPS-Sportuhr, die man im besten Fall vorher im Stammestempel nach fachmännischer Predigt des Stammeshäuptlings erworben hat, und schnalle sie sich aufs Handgelenk bzw. aufs HN-Schlachtross. Der Weiße Kenianer ist im Training zur Zeit übrigens mit dem Garmin Forerunner 305 bewaffnet - alt aber gut!

Dann suche man sich in der näheren Umgebung (man sollte noch völlig "angeschossen" wieder zurück zum hauseigenen Sauerstoffzelt finden) eine Bergstraße mit einem besonders steilen Teilstück. 10 Prozent dürfen es schon sein und 300 bis 500 Meter lang sollte der Abschnitt sein. Der Weiße Kenianer wählte die Straße auf den Frauenberg - nach der Hälfte des steilen Teilstückes steht eine große, runde Holztafel mit der Aufschrift "Griaß di beim Angererwirt" (oder so), für alle einheimischen Kenianer.

Bevor der eigentliche Spaß losgeht, sollte man sich 30 bis 40 Minuten am Schlachtross gut einreiten. Damit auch das Einreiten schon ein wenig Pfeffer hat, empfiehlt es sich 3 kleine Sprints einzubauen. Wenn man so hochkonzentriert wie der Weiße Kenianer bei der Sache ist, kann es schon vorkommen, dass man fast auf diese Sprints vergisst, und man sie dann noch schnell bergauf bei der Anfahrt zum Frauenberg einbauen muss. Welch' schönes, kleines Laktat-Vorspiel ...

Beim steilen Teilstück eurer Wahl angekommen geht der Spaß dann richtig los. Wer sich seine GPS-Trainingsdaten gerne auf der Karte (Google-Maps oder ähnliches) ansieht, kennt natürlich die roten Linien, die zeigen, wo man mit dem Schlachtross entlang geritten ist. In der Regel "zeichnet" man eine schöne Runde, sodass die Straße durch eine dünne, zusätzliche Linie "verziert" wird. Doch beim "GPS-Malen nach Qualen" geht es darum, ein Straßenteilstück richtig schön auszumalen, und es sollten nach Möglichkeit keine weißen Stellen bleiben - wie bei Kindern in einem Malbuch.

Und hier die Malanleitung des Dompteurs:

1. Man reite 15 (!) Mal mit dem Schlachtross für jeweils eine Minute das steile Bergstück hinauf.
2. Man wähle einen möglichst "fetten" Gang (große Scheibe). 
3. Je fetter der Gang, desto schöner und dicker der Pinselstrich.
4. Nach einer Minute lasse man sich wieder zum Ausgangspunkt zurückrollen.
5. Brennende Lungenflügel sind ein gutes Zeichen für einen flotten Pinselstrich.
6. Schön im Sitzen reiten, denn mit dem Wiegetritt malt man leicht aus dem Rand hinaus.
7. Die schönsten Pinselstriche erzielt man mit brennenden Oberschenkeln.
8. Zur Versiegelung des Kunstwerkes ab dem 10 Mal nur mehr mit purem Laktat malen.

Und dann steht einem wunderbaren, multiplen Laktat-Orgasmus nichts mehr im Weg, und man erzielt ein so schönes Ergebnis wie hier der Weiße Kenianer:

Fast perfektes "GPS-Malen nach Qualen"-Bild des Weißen Kenianers.

Eine schöne, dicke rote Linie wird euch überglücklich machen und euch ins Laktat-Nirvana befördern - Achtung es kann zu wahren Rauschzuständen kommen und zu Halluzinationen aufgrund von Sauerstoffmangel im Gehirn.

Im Anschluss an die GPS-Malaktion dürft ihr euch mit einem 20minütigen Zeitfahrtraining im Flachen belohnen. Der Weiße Kenianer fand es dabei gestern besonders amüsant, wie schwer es sein kann auf einer flachen Straße überhaupt noch 40 km/H zusammen zu bringen. Die meiste Zeit der 20 Minuten war er höchst gefährdet auf freier Asphalt-Wildbahn sogar von Mountainbikern überholt zu werden ...

Zur Entspannung empfiehlt sich dann noch ein 20minütiges Ausrollen in Richtung Heimat-Stall bevor man das Schlachtross einstellt um sich zum Futtertrog zu schleppen.

Der Weiße Kenianer freut sich schon, wenn es wieder heißt: "GPS-Malen nach Qualen!"


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