... längeren Verletzungspause am Sonntag (20. 5.) endlich in Sankt 70.3 auf dem Programm stand. Bestens "eingegroovt" von Freitag und Samstag und durch die tolle Leistung des WK Junior I voll motiviert hieß es um 5 Uhr: "TAGWACHE!"
An dieser Stelle auch an herzliches Dankeschön an Mister Arjen Robben. Hätte er seinen Elfer gegen Chelsea verwandelt, wäre dem Weißwurst Hooligan viel Leid erspart geblieben und 99 Prozent der 70.3-Starter hätten eine Stunde länger schlafen können ...
So taumelte der Weiße Kenianer gemeinsam mit rund 2400 Tri-Kriegern verschlafen durch die Wechselzone um seinem HN-Schlachtross noch einmal gut zuzureden. Bereits beim morgendlichen Abschreiten der Rad-Wechselzone, die etwa die länge der Chinesischen Mauer hatte, ereilte den Weißen Kenianer ein erster Hungerast ...
Dompteur und Weißer Kenianer am Vor-Raceday noch entspannt ...
Aber ganz ehrlich, beim Aufwärmen vor einer Schlacht hören wir Tri-Krieger sogar das Gras wachsen, oder? In der Schulter zieht es, im Bein sticht es und im Magen geht es sowieso rund ...
Doch alle diese (eingebildeten) Wehwehchen sind spätestens mit der Startsirene vergessen bzw. werden kurz darauf durch die Prügel, die man am Schwimmstart kassiert übertroffen. Und auch am Schlachtross und beim Infanterie-Marsch "erarbeitet" man sich ganz neue Schmerzen!
Trotzdem zwängte sich der Weiße Kenianer nach der 10minütigen Aufwärm-Laufrunde mit gemischten Gefühlen schnell in seine Gummi-Rüstung um diese noch schnell im wohlig, warmen Wasser (gemessene 17 Grad, gefühlte - 16 Grad) zu fluten.
Und dann ging es schon zum Start der Seeschlacht. Der Weiße Kenianer kam gut weg und fand relativ schnell seinen Schwimmrhythmus. Auch an der ersten Boje gab es keinerlei Feindkontakt. Dafür klingelte es auf der Gegengeraden plötzlich dermaßen heftig am linken Ohr, dass der WK schon glaubte, sein Trommelfell habe sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet. Keine Ahnung ob es ein Schlag oder ein Tritt eines Feindes war, jedenfalls brummte kurzfristig ziemlich der Schädel und das Ohr lief heiß ...
Der Seeschlacht-Performance selbst tat dieser kleine Trommelfell-Zwischenfall keinen Abbruch. Knapp hinter dem Dompteur entstieg der WK dem ersten See. Den ca. 300 Meter langen Landgang ging der WK diesmal bewusst "gemütlich" (sub 3:00) an, denn im Vorjahr fehlte ihm nach dem Zwischen-Sprint an Land im zweiten See gehörig die Puste. Diesmal war auch im zweiten See der richtige Rhythmus schnell gefunden und nach 30:24 war die Seeschlacht geschlagen - deutlich schneller als 2011.
Also ging es auf die erste Laufstrecke, die in Sankt 70.3 als Wechselzone getarnt war. Beim Ständer mit den Wechselsackerl gab es gleich die erste unmittelbare Belohnung für die 21. Schwimmzeit, denn das Sackerl hing noch schön oben auf. Rein ins Wechselzelt und mit dem Kenia-Aerohelm am noch immer leicht surrenden Kopf auf die erste Laufstrecke in Richtung HN-Schlachtross. Auch dieses war schnell gefunden und im Schweinsgalopp ging es weiter die Chinesische Mauer entlang. Nach gefühlten 10 Lauf-Kilometern durfte man sich endlich aufs geliebte Schlachtross schwingen.
3:12 Wechselzeit - damit überraschte sich der Weiße Kenianer selbst äußerst positiv, denn in der Regel ist er in Wechselzonen eher völlig plan- und orientierungslos. Stolpert aus dem Neo über die eigenen Füße, durchwühlt alle Ständer nach seinem Sackerl, macht fremde Schlachtrösser scheu ...
Und es dürften doch nur 5 und nicht 10 Lauf-Kilometer in der T1 gewesen sein.
Doch nun am geliebten HN-Schlachtross lieferte der Weiße Kenianer die eigentliche Sensation des Tages ab. Nach unzähligen Wettkämpfen mit Husarenritten bis zum Selbst-Abschuss versuchte er diesmal etwas ganz Neues, etwas noch nie Dagewesenes - etwas Revolutionäres: er fuhr mit Hirn!!!
Zugegebener Maßen musste der Weiße Kenianer seine gesamte Willenskraft und Ver... , Verdinge, Vernunft (heißt das angeblich - nie gehört) aufbringen um das in den Adern laut pochende Adrenalin zu bändigen. Und vor allem der innere Macho musste bei jedem Krieger, den der WK vorbeireiten ließ, aufs neue besiegt werden.
Innerer Macho: "Fahr der Pfeife nach, schau wie schwul der tritt! Den putzt Du locker!"
Taktik-Schalt-Zentrale: "Bitte schieß Dich ein einmal nicht am Schlachtross ins heilige Laktat-Nirvana!"
Unglaublich aber wahr, das Hirn siegte diesmal über Adrenalin, Macho und Kenianische Urinstinkte und der Weiße Kenianer legte einen fast entspannten Ritt durch die Wachau hin. Auch bei den Anstiegen wurde dem "Runden Tritt" der Vorzug vor dem altbewährten und sehr beliebten "Dampfhammer Tritt" gegeben, und so sprang der Weiße Kenianer nach (zugegebener Maßen nicht berauschenden) aber ökonomischen 2:38:45 vom HN-Schlachtross mit einem Durchschnittspuls von (lächerlichen) 147!
Zum zweiten Mal ging es die Chinesische Mauer entlang zum Schlachtross-Parkplatz. Überraschender Weise war auch dieser wieder ohne Umwege (wie gerne springt der Weiße Kenianer sonst samt Rad in der Hand über Radständer, weil er schon wieder in die falscher Reihe gelaufen ist) schnell gefunden, ebenso wie das Wechselsackerl mit den Laufsachen. Nach exakt der gleichen Wechselzeit (wieder 3:12) ging es auf die Laufstrecke.
Und da ereilte den Weißen Kenianer bereits nach wenigen Schritten das zweite große Aha-Erlebnis des Tages: "Aha! So fühlt es sich an, wenn die Beine beim Weglaufen noch am Leben sind!"
Bisher war der WK gewohnt mit völlig betonierten Beinen auf einem steinharten Laktat-Polster loszulaufen. Nach einigen Kilometern wurden die Beine in der Regel kurz lockerer, bevor sie dann endgültig den Dienst quittierten ...
Etwas übermotiviert von dem locker, flockigen Gefühl in den Haxerln lief der Weiße Kenianer den ersten Kilometer unter 5 Minuten an. Allerdings durch die lange Lauftrainingspause war auch schwer zu sagen, was beim Laufen das richtige Tempo sein würde. Aber auch die Pulsuhr meldete Beruhigendes und so wurde Runde 1 relativ entspannt mit Tempo 5:10 durchgelaufen.
Voll motiviert ging es in Runde 2, voll auf Weltrekord-Kurs. Allerdings war das Lauftempo nicht ganz zu halten, und der WK musste ein wenig nachlassen.
Doch dann passierte das 3 Wunder des Tages:
plötzlich tauchte am Horizont das Trikot eines Kenianischen KSV-Kriegers auf. Das war nun absolutes Neuland für den jungfräulichen Weißen Kenianer. Noch nie hatte er einen anderen Kenianischen Krieger auf der Laufstrecke eingeholt (in der Regel lief der WK ja vorne weg ...).
Wer kann das sein, begann es im Kenianischen Mostschädl zu rattern, aber die grauen Zellen fanden einfach keine Antwort. Erst die Kenianischen Augen lieferten (auf gleicher Höhe) die Lösung. Es handelte sich um das Kenianische Bauernopfer, das sich durch die sängende Hitze (gemessenen 30, gefühlte 60 Grad) quälte. Leider hatte das Kenianische Bauernopfer in der Vorbereitung seinem Namen alle Ehre gemacht, und war Opfer eines Abwurfes vom HN-Schlachtross geworden. Der Abwurf hatte eine dreiwöchige Trainingspause kurz vor Saisonstart zu Folge, und so zog das Bauernopfer nicht wirklich fit in die Schlacht ...
Doch das Kenianische Bauernopfer ließ sich vom Weißen Kenianer noch einmal motivieren, und so beschlossen sie die letzten rund 6 Kilometer des Infanterie-Marsches gemeinsame Sache zu machen.
Bis Laufkilometer 20 ging dem Weißen Kenianer der Infanterie-Marsch überraschend leicht von den Beinen, doch für den letzten Kilometer gilt dem Veranstalter ein besonderer Dank.
Welcher Perversling kommt auf die Idee, die Krieger nach rund 5 Stunden Hitze-Schlacht im Stadion direkt am Ziel vorbei(!!!)laufen zu lassen, um sie noch einmal auf eine ein Kilometer Lange Runde in der prallen Hitze zu schicken???
Das ist ja als würde man einem Kind, das kurz vor dem Verhungern ist, einen volle Schüssel hinstellen, nur um sie dann - sobald das arme Kind zugreifen will - wieder wegzuziehen!
Natürlich ist das Ganze eine "liabe Idee" für die Zuschauer, aber für die Aktiven ist das Krieger-Quälerei!!! Zusätzlich gab es leider noch viele Krieger (die bewusst oder unbewusst) den letzten Kilometer abkürzten, was am Ende der Kräfte und bei der halblustigen Beschilderung aber auch keine große Kunst war ...
Auf der Facebook-Seite des Kenianischen Velosophen wurden darüber bereits heftig diskutiert.
HIER DER LINK (man muss etwas nach unten scrollen zum Eintrag vom 20. 5.)
Aber sei es wie es sei, das neu erstarkte Kenianische Bauernopfer half dem angeknacksten Weißen Kenianer über den letzten, harten Laufkilometer und es folgte ein Kenianischer Synchron-Zieleinlauf.
Endzeit für den Weißen Kenianer: 5:07:27
Laufzeit für den Halbmarathon: 1:51:50
Das angekündigte, größte Ziel wurde vor allem Dank der "Hexe von Tri" erreicht: Der Weiße Kenianer konnte den Halbmarathon so gut wie schmerzfrei durchlaufen, und auch nach dem Wettkampf war die "Ferse der Nation" quietschvergnügt - und gestern stand bereits wieder Lauftraining am Programm. EIN GROSSES DANKESCHÖN NACH HEXEN-HAUSEN!!!
Aber natürlich gilt es auch die großkotzig angekündigten Nebenziele zu analysieren:
1. Die 5-Stunden-Schallmauer wurde leider wieder nicht gesprengt. Aber eine Verbesserung um 10 Minuten gegenüber 2011 trösten darüber bestens hinweg. Aber 2013 geht es den 5 Stunden endgültig an den Kragen - versprochen!
2. Das Fernduell mit den in Linz gestarteten Kenianischen Dalai-Lama und Giganto Wadela entschied der Weiße Kenianer eindeutig für sich, denn beide schafften nicht einmal 5 Stunden!
3. Der Großwildjäger musste vor Ort zusehen, wie der Weiße Kenianer leichtfüßig vorbeilief!
4. Der Weiße Kenianer ließ nicht nur den Graben-Kenianer Brüder "Brunner & Brunner" hinter sich, sondern alle 4 Feindseligen A-Löcher aus Neuberg, die in St. Pröllten gestartet waren, und das war auch für den WK eine große Überraschung.
Zum direkten Duell mit dem Tri-Bär kam es leider nicht, da dieser heuer in eine andere Altersklasse "aufgestiegen" ist und auch das Fern-Duell verlief leider im Sand, da der Tri-Bär nach dem Radfahren leider aufgeben musste. Gute Besserung - und auf eine Neues 2013!
Am Dompteur konnte der Weiße Kenianer nur bei der Seeschlacht halbwegs dran bleiben, dann schaltete der WK leider das Hirn ein, und der Dompteur enteilte am Future-Schlachtross.
Der Dompteur sollte allerdings der einzige Kenianische Krieger bleiben, der den Weißen Kenianer bei dieser Schlacht besiegte.
DIE KENIANISCHE ERGEBNISLISTE von der 70.3-SCHLACHT:
DOMPTEUR: 4:32:42 (Platz 10, AK 35-39)
DER WEISSE KENIANER: 5:07:27 (Platz 64, AK 35-39)
DER VERMESSENE KENIANER: 5:14:18 (Platz 74, AK 35-39)
HOPFENTEE KENIANER: 5:17:29 (Platz 50, AK 45-49)
DER KNET-KENIANER: 5:17:35 (Platz 24, AK 50-54)
MISS CLEARWATER 2011: 5:25:18 (Platz 14, AK 30-34)
(eine Ergebnisliste wie damals ....)
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