um 18 Uhr Kenianische Ortszeit zur zweiten "Schlacht um den Tieberteich". Eine Schlacht bei der es keine Ausschreibung, keine Anmeldung, keine Wettkampfrichter, keine Streckenposten, Labestationen oder ähnlichen, neumodernen, überflüssigen Ballast!
Und vor allem ohne Startgeld für das man einen Klein-Kredit aufnehmen muss!!!!
Unter dem Motto: "back to the roots" fanden sich 6 Kenianische Krieger am Tieberteich ein:
Die Kenianische Bergziege (Geheimfavorit)
Der Spaßtri-Kenianer (Veranstalter und zweiter Geheimfavorit)
Der Lösch-Kenianer (Außenseiter mit Siegeschancen)
Das Kenianische Federgewicht (Geheimfavorit der Zukunft)
Der Alpin-Kenianer (Geheimfavorit der Vergangenheit)
Der Weiße Kenianer (einziger Vollprofi und zum Siegen verdammt)
In der Steilkurve (gleich bei der Einfahrt) wurde gemeinsam die Wechselzone eingerichtet, d. h. die Schlachtrösser wurden an die Betonmauer bzw. ein Torgitter gelehnt, Helm und Schuhe (Rad- und Laufschuhe) dazugestellt und fertig. Kein lästiges Einchecken, kein Wechselplatzsuche, kein Wechselsackerl aufhängen - einfach hingestellt, hingelegt und fertig! Wunderbar!
Die hochprofessionelle Wechselhzone der "Schlacht um den Tieberteich"
1. Aufn Steg dort start' ma!
2. Do schwimma umma!
3. Dort dürft's aufn Drahtesel auf- und obsteig'n!
4. Do rennen wir zwa Runden uman See!
5. Do is' is Zü!
Kurz und unkompliziert - ohne nervige Belehrungen oder die ewigen Windschattenverbots-Predigen. Denn bei der "Schlacht um den Tieberteich" gibt es keine offiziellen Regeln, denn es ist für alle startenden Krieger eine Ehrensache, dass man sich sportlich fair verhält.
Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er wirklich erst beim Aus- bzw. Eingang zum Tieberteich auf bzw. von seinem Schlachtross springt.
Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er wirklich bis zur Wende bei der Ortstafel Frohnleiten fährt.
Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er wirklich 2 Runden läuft - ohne das Rundenbänder ausgegeben werden müssen wie im Kindergarten ...
Da könnten sich viele Starter bei unzähligen Tri-Bewerben mehr als nur eine Scheibe abschneiden, denn sportliches Ehrgefühl statt flaschem Ehrgeiz würden alle Wettbewerbe viel einfacher und fairer machen!
Die tapferen Krieger machen sich auf dem Weg zum Schlachtfeld ...
Bei der "Schlacht um den Tieberteich" steht natürlich der Spaß im Vordergrund, allerdings die äußerst knackigen Distanzen verraten jedem Tri-Insider, dass es da nur eines gibt:
Vollgas von ersten Armzug im Teich bis zum letzten Schritt auf der "Zielwiese".
Hier die harden Facts der "Schlacht um den Tieberteich":
ca. 300 Meter Schwimmen (eine See-Breite bzw. Teich-Querung)
ca. 16 km Radfahren (Tieberteich-Frohnleiten-Tieberteich), Streckenprofil: äußerst flach!
ca. 3 km Laufen (2 Runden um den Tieberteich), Streckenprofil: flach und äußerst nass!
Natürlich legten die 6 einsamen Krieger vom Steg aus eine Profi-Start hin - sprich es wurde mit Kopfsprung gestartet. Der Weiße Kenianer verlor dabei natürlich gleich seine Schwimmbrille und somit einige Meter bis er sie wieder gerichtet hatte. Doch dann begann er das Feld von hinten aufzurollen und konnte sich bis zum Schwimmausstieg einen kleinen Vorsprung herausgraulen.
Kopf "out of the water" ...
Und so hieß es für den Weißen Kenianer zum ersten Mal in seiner Traum-Karriere:
FIRST OUT OF THE WATER!
Vom ersten Zwischen-Sieg schwer motiviert schwang sich der WK aufs HN-Schlachtross und ritt los Richtung Frohnleiten. Das Streckenprofil kam ihm freilich sehr entgegen, und so konnte er seinen Vorsprung noch weiter ausbauen.
Mit komfortablen Vorsprung ritt der WK in die zweite Wechselzone ein und begab sich siegessicher auf die erste Laufrunde. Doch erstens kommt es anders, zweitens als man rennt ...
Wie bei der Wettkampf-Besprechung vernommen, bog der WK nach dem gelben Haus am See links ab, wo es am Ufer wieder retour zur Wechselzone bzw. zum Ziel gehen sollte. Doch das Hochwasser hatte dafür gesorgt, dass der Tieberteich bis zum angrenzenden Wäldchen angestiegen war und die Wiese stand komplett unter Wasser.
Also machte der Weiße Kenianer kehrt, da er der Meinung war, den falschen Weg eingeschlagen zu haben. Er lief nach dem ominösen gelben Haus also noch ein Stück weiter, und probierte insgesamt vier Sackgassen die alle im Niemandsland endeten aus.
Leicht genervt lief der Weiße Kenianer wieder zurück - gegen die Laufrichtung - und da kam auch schon der Spaßtri-Kenianer angetrabt - gefolgt von der Bergziege.
Es folgte ein Laktat-Dialog der Sonderklasse:
WK: Wo ist der Weg?
SPK: Do umi!
WK: Do is' olles unter Wossa!
SPK: Jo mei, a bisserl miaß ma durchs Wossa lof'n! Deis is' ka Problem!
(... keuchte der Spaßtri-Kenianer, lief ins Wasser und bei "ka Problem"
riss es ihm die Beine weg und er landete unsanft im Wasser).
Aber solche, kleinen Hindernisse können echte Krieger nicht erschüttern, und so ging es im Storchen-Schritt gemischt mit Schweins-Gallop durch das teilweise knietiefe bis knöchelhohe Wasser.
Die leichtfüßige Kenianische Bergziege nutze die Wasserlauf-Passage aus um zuerst aufzuschließen und dann sogar die Führung zu übernehmen.
Kurzfristig machte sich leichter Frust beim Weißen Kenianer breit. Der ganze Vorsprung war bei der Suche nach dem richtigen Weg dem Bach runter gegangen und jetzt lief er hinter der Bergziege - auf die er diesen Vorsprung für die beiden Seerunden eigentlich gebraucht hätte ...
Aber der Frust wich sofort dem "Jetzt-erst-recht"-Siegeswillen und so heftete sich der Weiße Kenianer auf die Fersen der Kenianischen Bergziege.
Die Kenianische Bergziege im Hopserlauf - sprich: Schweinsgalopp!
Also drückte der Weiße Kenianer das Tempo deutlich unter 3:00/km und setzte zum Überholmanöver an. Tatsächlich konterte die Kenianische Bergziege nicht sofort und der WK konnte rund 100 Meter an Boden gut machen. Gegen Ende der langen Geraden und kurz vor dem gelben Haus konnte die Bergziege zwar den Vorsprung wieder verringern, aber es reichte schließlich für den WK aus um sich durchs Wasser stolpernd ins Ziel zu retten.
Und hier das inoffizielle, offizielle Ergebnis der 2. "Schlacht um den Tieberteich":
1. Der Weiße Kenianer
2. Die Kenianische Bergziege
3. Der Spaßtri-Kenianer
4. Das Kenianische Fliegengewicht
5. Der Alpin-Kenianer
6. Der Lösch-Kenianer
Zeiten wurden nicht gestoppt und sind auch nicht wichtig. Auch die Platzierung spielt eigentlich keine Rolle - denn alle Finisher dieser außergewöhnlichen Schlacht, die allen Beteiligten viel Spaß und Freude bereitete sind wahre Sieger.
Bei der rauschenden Sieger-Party beim Burger King in Little Kenia gab es ein gesundes Sportler-Buffet und der Spaßtri-Kenianer überreichte sogar Pokale - powered by Keller-Entrümpeln!
Der König der "Schlacht um den Tieberteich" 2012
eine Fetzen-Gaudi und der Weiße Kenianer ist 2013 sicher wieder mit dabei!!!
Hakuna Matata!

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