... von Michael Niavarani. Hätte der gute Mann die drei wahnwitzigen Kenianischen Krieger, nämlich den Comeback Kenianer, den Hopfentee Kenianer und den Weißen Kenianer, gekannt, hätte er dem Titel sicher in der Mehrzahl geschrieben.
Denn dass, "Die frühen Würmer einen Vogel haben!", das dürfte sich so mancher Frühaufsteher bzw. Spätheimkommer vergangenen Samstag gedacht haben, als die drei Krieger bereits um 5 Uhr früh mit ihrem Schlachtrössern die Kenianischen Straßen unsicher machten.
Ein filmreife Szene, wenn drei Triathleten auf ihren Rädern um 5 Uhr morgens, von drei heimwankenden Betrunkenen mit einem aus rauschiger Kehle geplärrtem "Gemma, Gemma!" angefeuert werden. Eine Szene die zeigt, dass auch Menschen unterschiedlichster Lebensauffassung mitunter für einen kurzen Moment gemeinsam an einem Strang ziehen können ...
Der Comeback Kenianer hatte die glorreiche Idee und so ritt man im Morgengrauen - bei allerdings noch sehr angenehmen Temperaturen - durch das Mürztal.
Von Little Kenia bis zum Fuße des Semmerings ritt der Weiße Kenianer noch im Halbschlaf, zumindest sein Puls befand sich noch im Ruhemodus und blieb hartnäckig zweistellig. Bergauf wurde der Weiße Kenianer dann unsanft geweckt, und ließ sich schließlich vom Comeback Kenianer und vom Hopfentee Kenianer zu verschärftem Tempo bis zu Passhöhe hinreißen. Es geht doch nichts über einen kleinen Bergsprint vor 7 Uhr früh ...
6:30 Uhr, Frühstücken auf der Passhöhe Semmering wie Gott in Frankreich:
Ein Riegel und ein großer Schluck Isogetränk - ein Frühstücksbuffet der Sonderklasse ...
Dann ging es auch schon wieder abwärts. Erst einmal richtig munter, waren der Weiße Kenianer und sein HN-Schlachtross fast nicht mehr zu bremsen. Immer leicht fallend - das war genau sein Streckenprofil und außerdem hatte der Profi-Dompteur 2.0 dem Comeback-Kenianer nach einer lockeren Recom-Stunde zwei Stunden Ironman-Tempo am Drahtesel "verordnet" ...
Da nicht näher definiert war, wessen Ironman-Tempo versuchten der Comeback-Kenainer und der Weiße Kenianer das IM-Tempo von Faris Al-Sultan anzuschlagen, was dem schmalbrüstigen Hopfentee-Kenianer wenig gefiel. Das Leichtgewicht mühte sich im Windschatten seiner beiden 80+++ (kg) Kollegen sichtlich ab, und schwor bittere Rache für den anschließenden Lauf.
Toll, wenn man mit einer 4-stündigen Trainingseinheit bereits um 9:00 Uhr vormittags schon fertig ist. Und der Hopfentee-Kenianer sorgte beim Läufchen auch dafür, dass sie beide fix und fertig waren.
Dabei spielte er sein "Untergewicht" aus und federte, lockerlässig und wieselflink dahin - die beiden Kenianischen Schwergewichtler folgten ihm schweren Hufs so gut sie konnten ...
Mit einem fiesen "Tempo halten!", zog der Hopfentee Kenianer das Tempo an und ohnehin schon am Anschlag jagte man ihm nach und den Puls in ungeahnte Höhen ...
Im Ziel - bei der Homebase des Comeback-Kenianers - gab es dann eine kleine Ziellabe, leider ohne den vorher versprochenen, selbstgemachten Hollundersaft - die zweite kulinarische Niederlage des Morgenausrittes.
Nachdem es Giganto Wadela nach Mödling und den Black-Out Kenianer nach Graz zieht, dürfte der Weiße Kenianer nun als kleinen Trost eine neue, kleine Trainingsgruppe gefunden haben. Noch dazu eine in seiner Preis- bzw. Gewichtsklasse.
Der Hopfentee-Kenianer und der Comeback-Kenianer haben sich bereits für die große Schlacht um den Buchstabenteich 2014 angemeldet, und der WK wird da nächste Woche nachziehen. Somit bleibt dann ein Jahr Zeit sich gemeinsam bestens vorzubereiten. Ein Jahr Zeit für Trainingsausfahren im Morgengrauen, ein Jahr Zeit sich gegenseitig im Training abzuschießen, ein Jahr Zeit um die große Schlacht um den Buchstabenteichen in der Theorie immer und immer wieder durchzugehen ...
Der Comeback-Kenianer machte sich auch am Sonntag bereits wieder um 5:00 Uhr auf, diesmal zu einem 4-stündigen Ausritt. Der Hopfentee Kenianer hingegen gönnte sich "Bettruhe" und der Weiße Kenianer schlief sich immerhin bis 5:30 Uhr aus und stieß dann um 6:00 zum Comeback-Kenainer.
Nach dem dreistündigen gemeinsamen Ausritt, hatte der WK noch eine Stunde am Drahtesel plus anschließendem 30-minütigen Läufchen am Trainingsplan. Die Motivation alleine weiter zu fahren, war allerdings enden wollend. Doch er raffte sich auf, und als Belohnung ritten ihm das Löwen-Pärchen samt Freunden entgegen.
Der WK machte - schon fast wieder zu Hause angekommen - kehrt, um ein wenig mit Löwin und Löwen zu plaudern und ehe er es sich versah, war er bis Mürzzuschlag mitgeritten. Von dort ging es solo wieder retour nach Little Kenia und nach 6 Stunden und 15 Minuten wartete noch ein "entspanntes" Läufchen in der Mittagshitze auf den WK. Überraschend locker und flockig fühlte sich das Laufen an, soweit das überhaupt noch möglich war, und pünktlich zu Mittag war die lange Trainingseinheit beendet.
Der "frühe Wurm" hat zwar einen Vogel, aber er hat dann den restlichen Tag viel mehr Zeit für Familie, Job oder einfach zum Völlern und Faulenzen in der hauseigenen Grill-Out-Zone!
Hakuna Matata!

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