Berge versetzen, aber in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen 0:20 und 2:20 Uhr früh scheiterte er wohl an der schwersten Aufgabe seines Lebens. Rambo versuchte tatsächlich aus dem Weißen Kenianer eine Bergziege zu machen, doch mehr als ein laut schnaubender Almochse wird aus dem WK mit Sicherheit nie werden.
Aber von Anfang an: Die Kenianische Bergziege startete von Samstag (12 Uhr) bis Sonntag (12 Uhr) - wie aufmerksame Blog-Leser sicher wissen - die Aktion "Einmal Mount Everest und retour 2 - der Hochschwab". In 24 Stunden wollte Rambo 8 Mal den Hochschwab und exakt 11.444 Höhenmeter bezwingen.
Der Weiße Kenianer, der wieder als Coach für Rambo fungierte, nahm sich diesmal fest vor in Hinblick auf die anstehende große "Schlacht um den Buchstabenteich" sich NUR um die Organisation vor Ort zu kümmern - Rambo als "Mitläufer" bei den einzelnen Durchgängen zu begleiten, das sollten diesmal ausschließlich dafür ausgesuchte, handverlesene Kenianische Top-Bergziegen übernehmen (hier nachzulesen).
Rambo und der Kenianische Außerirdische beim ersten Gipfelsieg!
(Foto: Jörg Wruntschko)
Rambo und die"Mitläufer" Oliver Lorberau und der
Blackout Kenianer Senior beim dritten Gipfelsieg!
(Foto: Jörg Wruntschko)
Aber erstens kommt es anders, zweitens ...
Gegen Mitternacht, kurz vor dem Start des 5. Durchganges hatte die Kenianische Bergziege eine kleinen, mentalen Durchhänger und so beschloss der Weiße Kenianer kurzfristig ein Stück mit ihm mitzulaufen, um ihn ein wenig aufzubauen. Das mit dem Aufbauen klappte bestens bzw. war gar nicht mehr wirklich nötig, denn Rambo hatte sich bereits selbst wieder aus dem kurzen Tief gezogen und war wieder voll motiviert. Wie ein Uhrwerk marschierte er wieder Richtung Hochschwab-Gipfel.
Und auch beim fünften Mal schlug er noch ein Tempo an das seine Mitläufer ziemlich ins Schwitzen brachte. Der Zwangsjacken-Kenianer atmet nicht besonders gerne schwarze Luft, und so entschieden er und der Weiße Kenianer kurzfristig, dass der Zwangsjacken-Kenianer bis zum Stammeshäuptling bzw. bis zur Mittelstation mitläuft und der WK den nächtlichen Gipfelsturm wagt.
Als Backup wartete Mitläufer Gerald Routil vor dem Gehackten und lief noch ein zweites Mal mit ein wenig Sicherheitsabstand bis zur Biwag-Schachtel mit.
Somit waren die Kenianische Bergziege und der Weiße Kenianer bei ihrem nächtlichen Aufstieg über weite Strecken alleine unterwegs. Als dann noch der Akku von Rambos Stirnlampe den Geist aufgab, hieß es überhaupt "Zweierbob-Modus" und "Im Gleichschritt Marsch!" ...
Und diese Situation nutzte die Kenianische Bergziege natürlich schamlos aus. Ohne Rücksicht auf Verluste trieb der den WK unerbittlich den Berg hoch und suchte sich dafür möglichst unwegsames und steiles Gelände aus. Ein Kenianischer Krieger kennt bekanntlich den Schmerz und keine Angst - außer Höhenangst!
An dieser Stelle bedankt sich der Weiße Kenianer "recht sakrisch" bei der schwarzen Luft, die den Hochschwab zum Zeitpunkt seines mitternächtlichen Aufstieges völlig umhüllte, denn so konnte niemand sehen, dass:
... der Weiße Kenianer nicht nur Schweißperlen auf der Stirn hatte.
... der WK die meiste Zeit den Allrad zuschalten musste und auf allen Vieren dahin robbte.
Und vor allem konnte der Weiße Kenianer Dank des eingeschränkten Lichtkegels der Stirnlampe nicht sehen, dass es zeitweiße links und rechts vom Weg fast senkrecht in die Tiefe ging ...
Und noch eine Lehre konnte der Weiße Kenianer in dieser Nacht ziehen:
Es hilft ein wenig, wenn man vor dem Hochschwab-Gipfelsturm nicht 6 Stunden schon mit dem HN-Schlachtross durch die Kenianische Prärie geritten ist (hier zum Nachlesen).
Jedenfalls gelang es der Kenianischen Bergziege irgendwie den Weißen Kenianer in 2 Stunden 03 Minuten auf den Hochschwab zu schleppen und für ein paar Sekunden genoss der WK sogar den gemeinsamen Gipfelsieg (Rambos fünften an diesem Tag, und seinen ersten ...) bevor es wieder talwärts ging.
Die Kenianische Bergziege und der Weiße Kenianer beim 5. Gipfelsieg!
(Foto unscharf bei Freeze)
Der blanke Horror! Aber nach anfänglichen Schwierigkeiten fand der WK bald in seinen nächtlichen Bergablauf-Rhythmus: links, rechts, links, rechts, umknöcheln, links, rechts, links, rechts, umknöcheln!
Doch Gott sei Dank hat der Weiße Kenianer flexible Bänder wie eine Schwangere im 24 Monat und so kam er ohne multiplen Bänderriss davon.
Ob ein Hochschwab-Nachtlauf die Richtige Vorbereitung für die große "Schlacht um den Buchstabenteich" ist wird sich am 1. Juli 2012 zeigen. Allerdings, wenn der Weiße Kenianer am Buchstabenteich sämtliche Rekorde brechen wird, dann wird es 2013 sicher 14 Tage vor der "Schlacht um den Buchstabenteich" am Hochschwab nur so von Tri-Kriegern wimmeln ...

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