Wahre Kenianische Krieger wie der Weiße Kenianer sind leider nur sehr schwer zu sozialisieren. Ziviler Ungehorsam steht bei Tri-Kriegern auf der Tagesordnung, auch wenn die Göttergattinnen alles daran setzen aus den ungehobelten Wilden vorzeigbare, gesellschaftsfähige Individuen ...
Wobei der Weiße Kenianer gemeinsam mit dem Comeback Kenianer diesmal eigentlich alles richtig machen wollte.
Es war ein ganz normaler Sonntag. Ein Sonntag an dem - wie eigentlich jeden Sonntag - zwei Pläne aufeinander prallten:
1. Der Kenianische Trainingsplan - diktiert vom GDT Dompteur 2.0.
2. Der Kenianische Familienplan - diktiert von der Weißen Kenianerin.
Am Trainingsplan standen 1 Stunde 15 Minuten hügeliges Grundlagenlaufen.
Am Familienplan ein gemütliches Mittagessen made by Weißer Kenianerin zu dem man ein befreundetes Pärchen für 12 Uhr eingeladen hatte.
Hügelig? Da hatte der Comeback Kenianer die Königsidee, dass man doch auf die Zebrahöhe laufen könnte. 2 Stunden veranschlagte er dafür. Start um 10 Uhr.
In (fast) weiser Voraussicht bestand der Weiße Kenianer darauf, schon eine Stunde früher um 9 Uhr zu starten. Letztendlich starteten die beiden Krieger dann "pünktlich" um 9:15 Uhr bei der Homebase des Comeback Kenianers.
Voller Tatendrang ging es mit Nordic Walking Stecken bewaffnet schnellen Schrittes Richtung Zebrahöhe. Sobald es bergauf ging verabschiedete sich der Weiße Kenianer schnell vom geplanten Grundlagen-Puls, was sie, dem zu stürmenden Gipfel jedoch auch nicht in der geplante Wunschzeit näher brachte.
Die vom Comeback Kenianer veranschlagten zwei Stunden erwiesen sich als goldrichtig, allerdings nur für den Hinweg. Nach ziemlich genau 2 Stunden standen die beiden Krieger am Gipfel der Zebrahöhe und suchten die "Brücke" des Raumschiffes Enterprise damit sie Scotty nach Hause zurück beamen würde, denn nur so würden sie wieder rechtzeitig im trauten Heim ankommen.
45 Minuten standen für den Rückweg zur Verfügung - das "könnte" knapp werden. Mit dem Mut der Verzweiflung und vorausahnendem schlechten Gewissen hasteten die beiden Meister der Selbstüberschätzung los.
Wie gesagt befohlen hatte der Dompteur 2.0 ein lockeres Grundlagentraining, das hatte man schon bergauf nicht wirklich eingehalten, aber jetzt bergab warf man alle Trainingsvorgaben über Bord, denn der Befehl der Weißen Kenianerin steht in der Hierarchie doch meilenweit über dem des Dompteurs 2.0.
Mit Liebes- und Sexentzug hat die "Personal Ehefrau" doch die wesentlich wirksameren Sanktionen in der Hand als der "Personal Trainer".
So ging es mit dem Puls völlig am Anschlag im gestreckten Schweinsgalopp abwärts, als wäre der Rückweg wirklich in 45 Minuten zu schaffen.
Schön wenn die Kirchturmuhr 12 Uhr schlägt. Nicht so schön allerdings, wenn Du den Kirchturm noch immer von oben siehst, und Du weißt: jetzt begrüßt deine Ehefrau gerade die gemeinsamen Gäste, nur der Herr des Hauses ist nicht da. Nein er hetzt - fern von Gut und Böse - eine Forststraße hinunter.
Die Oberschenkel brannten längst lichterloh. Die lockere Einheit zum Trainingswiedereinstieg nach einer längeren Pause war zum Überlebenskampf geworden - von den "Spatzen" sollte er noch tagelang etwas haben.
Um 12:30 Uhr liefen sie schwer angeschlagen bei der Homebase des Comeback Kenianers ein, und knappe 15 Minuten später war der Weiße Kenianer schließlich zu Hause.
Völlig überraschender Weise hatten sie 18,7 Kilometer mit 1150 Höhenmeter nicht in 2 Stunden geschafft ...
Kleinlaut und mit gesenktem Haupt schlich er in die Kenianische Höhle. Begrüßte kurz seine Gäste und verschwand schnell unter die Dusche, nur um wenig später halbnackt - hilflos lächelnd - an den Gästen Richtung Kleiderschrank vorbei zu huschen. Um exakt 13 Uhr - nur eine Stunde zu spät - saß er mit der Mine eines jungfräulichen Unschuldslammes am gemeinsamen Mittagstisch.
Das wunderbare Gemüse war längst zerkocht, das Fleisch ausgetrocknet. Das hatte er wieder einmal toll hinbekommen. Er war bemüht den gut gelaunten Gastgeber hervorzukehren und warf mit sinnlosen Witzchen und äußerst durchsichtigen Komplimenten für seine Frau so um sich, während er versuchte sich unbemerkt - immer lächelnd - unter dem Tisch einen hartnäckigen Krampf aus der Wade zu dehnen.
Wenig später bei Kaffee und Kuchen, man hatte es ich mittlerweile auf der Couch gemütlich gemacht, hatte er nur einen Gedanken: JETZT NICHT EINSCHLAFEN, JETZT NUR NICHT ….

.... habe die Erfahrung gemacht,dass solche Kombinationen eher selten funktionieren. Und fast immer ist man selbst schukd, weil die eigene Leistung überschätzt wird! Stark überschätzt! :) Liebe Grüße aus dem Osten - Herwig Ps: Einmal hatte ich Glück, der wirklich stürmische Wind während der Radeinheit war ein gute Erklärung, warum ich nicht zeitgerecht zum Familienessen erscheinen konnte!;)
AntwortenLöschenLieber Herwig,
AntwortenLöschendas ist ja das Problem, dass Mann immer selbst schuld ist, weil ein echter Krieger nicht wahrhaben will, dass er nicht schnell wie Lance Armstrong (voll auf Epo) oder Haile Gebreselassie ist …
Der einzige Vorteil: Wenn man mit einem richtigen Hungerast nach Hause kommt, dann schmeckt einfach jedes Essen - unabhängig vom Talent der Köchin.
glg
WK
Herrlich! Ich kann mir das so richtig gut vorstellen :-)
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Angela
Darum ist die Feststellung, die ich in einem Forum gelesen habe warum die Altersklassen M40-M50 so heiß umkämpft und auf so hohen Niveau sind, so zutreffend. : Die Kinder ausser Haus, glücklich geschieden und ein Rad steht im Keller :-)
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