1. Schreib-Blockade
Dauerposten und Buch hinterließen Spuren, die sich erst jetzt nach längerer Zeit bemerkbar machten. Dem Weißen Kenianer gingen - ob man es glaubt oder nicht - Ideen und Worte aus, aber nun sind die Speicher wieder neu geladen, der kenianische Fetzenschädl ist wieder voller Blödheiten und es juckt wieder in den Fingern.
2. Trainings-Blockade
Nur sehr schwer kam der Weiße Kenianer nach der erfolgreichen, großen "Schlacht um den Buchstabenteich" wieder auf Touren. Ziellosigkeit machte sich breit und der Bock sich im Training selbst zu quälen sank gegen Null und sogar darunter. Aber mittlerweile sind neue Ziele gefunden und das Training läuft - wenn auch noch nicht ganz rund - es bzw. er läuft zumindest wieder …
3. Wettkampf-Blockade
Nach der großen Schlacht konnte sich der WK auch nicht mehr für weitere Schlachten erwärmen. Doch vergangenes Wochenende war es dann doch endlich wieder soweit, es wurde Wettkampfluft geschnuppert und Blut geleckt - dazu mehr in Kürze.
Als Gegenpol zu den genannten Blockaden, die sich nun nach und nach auflösen, brachen beim Weißen Kenianer dafür in den letzten Wochen und Monaten ernährungstechnisch sämtliche Dämme.
Vor allem fiel er wieder in eine alte, schlechte Gewohnheit zurück und stopfte Unmengen an Süßigkeiten in sich hinein. Mit Erfolg, denn heute früh brachte der bleiche Kenianer stolze 87 Kilogramm auf die Waage - das ist seit Ende Juni ein beachtliches Plus von 7 Kilogramm.
Tja, so schnell kann es gehen und man entfernt sich mit Riesenschritten von idealen Kampfgewicht und nähert sich mit noch größeren Schritten seinem persönlichen Höchststand an.
Aber damit ist ebenfalls ab heute Schluss. Seit dem schockierenden Erlebnis heute Früh auf der Badezimmerwaage, hat der WK nur mehr Wasser zu sich genommen, sonst nicht.
Ab sofort ist wieder die weißkenianische Version der 10in2-Methode von Bernhard Ludwig angesagt - kombiniert mit der Dr. Feil Strategie (hier zum Nachlesen unter Punkt 2 + 3).
Das einzige, wo der Weiße Kenianer unter Anleitung des Profi-Dompteurs 2.0 von GDT in den letzten Wochen - genauer seit Anfang August - halbwegs brav war, war beim Laufen.
Mit den Zielen "Fußmarsch" in Graz am 12. 10. 2014 und "Fußmarsch" in Wien am 12. 04. 2015 wurde nun der Schwerpunkt aufs Laufen und dort vor allem auf die Tempoarbeit gelegt, denn der Weiße Kenianer will zwei neue weißkenianische Weltrekorde über 21,1 km aufstellen.
In Graz muss eine neue persönliche Bestzeit her!
Aus diesem Grund findet man den Weißen Kenianer zur Zeit des öfteren schon um 6 Uhr früh auf der Laufbahn von Little Kenia mit schmerzverzerrtem Gesicht seine Runden drehen.
"No Pain, no Gain" - alt und abgedroschen aber leider wahr. Der WK will schneller werden, also heißt es auch im Training die Zähne zusammenbeißen, die Beine in die Hand nehmen und laufen als hätte er etwas gestohlen.
Diese Woche am Mittwoch stellten sich gemeinsam mit dem Comeback Kenianer erste, kleine Trainingserfolge auf der Laufbahn ein. 5 x 2 km in 8:15 standen am gnadenlosen Trainingsplan und erstmals schaffte der Weiße Kenianer diese Vorgabe - im Sog des Comeback Kenianers - auch.
Glücklich aber auch völlig abgeschossen, erlebte - oder vielmehr überlebte - der WK den restlichen Arbeitstag leicht hinkend und im Laktat-Rausch …
Was gibt es Schöneres als sich bereits vor Beginn des Arbeitstages selbst ins Aus zu schießen?
Klar, man hat das Training dann schon erledigt, wenn der Büroalltag beginnt, und verliert somit keine wertvolle Arbeitszeit. Allerdings nach so einem Abschuss-Training reicht die Energie mitunter nur mehr zum wohl verdienten Büro-Nickerchen ...
Am Samstag stand dann mit dem LE Laufevent die erste Schlacht seit langem an. Gemeinsam mit dem Hopfentee Kenianer ging es nach Leoben zum berühmt, berüchtigten 66 Minuten Lauf, bei dem man versucht eine 2 Kilometer lange Runde so oft wie möglich zu schaffen.
Der Hopfentee Kenianer, der dem Weißen Kenianer vor dem Start vorjammerte, wie schlecht er zur Zeit in Form sein, ward übrigens nach dem Startschuss nie mehr gesehen. Und trommelte die erste Runde mit einem Kilometerschnitt von 3:57 auf den Leobner Asphalt. In Form wäre er wohl sub 3:00 gelaufen ...
Der Profi-Dompteur 2.0 hatte dem Weißen Kenianer genau Anweisungen gegeben, wie er diese Trainingsschlacht angehen sollte, doch den Großteil des Marschbefehls wurde bereits mit dem Startschuss sofort über Bord geworfen.
Die ersten 4 Kilometer hätte der WK in 4:45/km laufen sollen. Eigentlich am Papier die leichteste Aufgabe des Tages, doch wenn 300 Läufer wegsprinten als gäbe es kein Morgen - hat man mit 4:45 das Gefühl man läuft rückwärts. Und vor allem hätte er da den Freudigen Kenianer ziehen lassen müssen, und dafür war das Krieger-Ego dann doch zu groß ...
Am Anfange hatte der Weiße Kenianer noch leicht lachen …
Bei rund 4:30 pendelte sich der WK auf den ersten beiden Runden, die er - für seine Verhältnisse - dennoch recht locker lief ein. Dann hieß die weitere Marschroute - 4 Kilometer in 4:30/km - also drückte der WK etwas aufs Tempo und lief knapp unter 4:30.
Was auf dem wirklich spannenden und kurzweiligen Kurs, gar nicht mehr ganz so locker war. Mit einigen Spitzkehren und kleineren Anstiegen hieß es da schon ein bisserl hinhalten.
Augen zu und durch …
Aber angefeuert von der Königlichen Familie ging es ganz gut dahin, und vor allem der Streckenteil durch die LCS gefiel dem WK besonders gut.
Auf diesem Weg: Herzliche Gratulation an das Organisationsteam!
Wirklich ein toller Laufbewerb, der wirklich Spaß und Lust auf mehr macht!
Nun war er also wieder im Plan, allerdings nur bis zur nächsten Tempoverschärfung am Papier. Da stand 4 Kilometer in 4:15/km. Papier ist bekanntlich geduldig und so gelang dem WK diese Tempoverschärfung nurmehr teilweise nach bereits 4 gelaufenen Runden - sprich 8 Kilometer. Auf 4:20 konnte er das Tempo noch drücken, und den Freudigen Kenianer "einkassieren", doch nach einer Runde musst er etwas nachlassen.
Studie der weißkenianischen Flugphase, die der Weiße Kenianer
erst seit kurzem überhaupt "im Programm" hat …
Nach 6 Runden bzw. 12 Kilometer stand überhaupt der "Scherz des Tages" am wahnwitzigen Trainingsplan made by Profi-Dompteur 2.0. "Schneller" hieß das lustige Zauberwort und sollte heißen - unter 4:15/km.
Tja, wenn da die 4:15 schon nicht klappten, war noch schneller natürlich völlig utopisch. Allerdings packte den Weißen Kenianer dennoch gegen Ende des Rennens noch einmal der Ehrgeiz. Zuerst lief er die vorletzte Runde so schnell, dass er vor 66 Minuten bei Start und Ziel vorbei kam - womit er sich quasi für eine weitere Runde "qualifiziert".
Ein Umstand den der Innere Schweinhund überhaupt nicht verstand und schon gar nicht gut hieß.
Ein wenig Bummeln in Runde 7 hätte gereicht, locker lässig kurz nach Ablauf der 66 Minuten über die Ziellinie gehüpft und statt zwei harter Runden, wäre es nur eine lockere gewesen.
Der Weiße Kenianer lernt fliegen …
Aber der Krieger im Weißen Kenianer erwachte endlich wieder einmal zum Leben, und so wollte er es auch in der letzten Runde wirklich wissen und presste 4:17/km aus sich heraus und dass nach schon 14 gelaufenen Kilometern.
Und dann passierte das Seltsamste in der langen Lauf-Leidensgeschichte des Weißen Kenianers. Die letzten zwei Kilometer taten zwar richtig weh aber es fühlte sich gut an. Richtig gut. Um ehrlich zu sein: es fühlte sich geil an.
Der Weiße Kenianer machte richtig Meter und überholte Gegner um Gegner und vor allem seinen größten Gegner - den Inneren Schweinehund, der ihm beim Laufen so gern ein Haxerl stellt.
Mit der schnellen Schlussrunde gelang es dem WK den Gesamtschnitt noch unter 4:30/km zu drücken und völlig ausgepumpt aber glücklich sprintete er über die Ziellinie als ginge es um den Olympiasieg.
Am Schluss hieß es ordentlich "Bumben" …
Warum hatte sich die Schlussrunde so gut angefühlt? Vielleicht da der Weiße Kenianer endlich einmal dem eigenen Schweinsgalopp entkam und es diesmal tatsächlich etwas mit Laufen zu tun hatte, was er da ablieferte? Mit 4:17 "hinten raus" kann man zwar noch keinen echten Läufer beeindrucken, aber zumindest muss man nicht mehr zu Boden blicken um die Schamröte zu verbergen.
In der Endabrechnung hieß es für den Weißen Kenianer:
Rang 17 in der M40 mit 16 Kilometer in 1:11:49
Am 12. Oktober bei der "Schlacht um Graz" auf Schusters Rappen wäre dann über 21,1 km ein Schnitt von 4:30/km angesagt. Bis dahin heißt es noch brav weiter schwitzen auf der Laufbahn, und der eine oder andere Kilo sollte auch noch purzeln.
So jetzt geht es mit nüchternen Magen und einer Flasche Leitungswasser auf einen gemütlichen Regenerationsritt mit dem Trainings-Schlachtross durch Little Kenia.
Hakuna Matata!
P.S. Ab heute hört bzw. liest man sich wieder öfter!

.... schön, dass du wieder da bist und der versammelten Gemeinde "Trost und Rat" spendest! Man war schon in Sorge!:)
AntwortenLöschenLiebe Grüße von der anderen Seite der großen Barriere - Herwig
Danke lieber Herwig, freut mich, dass ich so treue Fans haben.
AntwortenLöschenglg
WK