Montag, 13. Oktober 2014

Großes Autsch: Ein Satz mit X - Das war wohl nix!

Es hätte der tolle Abschluss der bisher besten Saison des Weißen Kenianers werden sollen. Ein versöhnlicher Ausklang der gleichzeitig neue Motivation für die Ziele im kommenden Jahr hätte bringen sollen. Leider wurde es ein einziges Konjunktiv-Massaker - denn hätte den Weiße Kenianer ...
nicht zwei Wochen lang vor dem Tag X ein hartnäckiger Schnupfen samt Halsweh geplagt, hätte er vernünftig trainieren können, hätte er sich nicht tatenlos dem sinnlosen Frust-Fressen hingegeben, wäre er vollfit und hochmotiviert am Start gestanden.

So stand er eher "voll-fett" als "voll fit" am Start des Halbmarathons in Graz und glänzte statt mit Höchstform fast mit persönlichem Höchstgewicht, was zur Folge hatte, dass das GDT-Wettkampfdress ganz schön spannte. Dafür fehlte die An- und Körperspannung schon vor dem Wettkampf und wollte sich auch mit dem Startschuss nicht so recht einstellen.

Die ersten zwei bis drei Kilometer ging es noch halbwegs gut und im Ziel-Tempo dahin, doch schon nach 3 Kilometern war eigentlich klar, dass da heute nichts geht. Den Pulsgurt hatte der Weiße Kenianer in weißer Voraussicht zu Hause gelassen - eigentlich schade, denn bereits zu Beginn der Schlacht hätte er wohl neue Höchstwerte erzielt - die Pumpe lief wie verrückt, schon nach wenigen hundert Metern war er völlig durchgeschwitzt und noch dazu verkrampfte er zusehend.

Vor allem die Muskulatur an der Schienbein-Vorderseite stellte sich mit großen Schmerzen als zusätzlicher Spielverderber ein. Diese Mätzchen kennt der Weiße Kenianer schon aus dem Training und in der Regel hören die Schmerzen nach kurzer Zeit auch wieder auf - doch diesmal wurden sie von Schritt zu Schritt schlimmer. Genervt legte der WK eine Gehpause ein und das schon bei Kilometer 5. Doch im Gehen schmerzte die Muskulatur an den Schienbeinen nur noch mehr, also begann er wieder langsam zu laufen.

Den Halbmarathon und vor allem seine Ziel-Zeit von 1:35:00 hatte der Weiße Kenianer zu diesem Zeitpunkt schon lange abgeschrieben. Eigentlich hatte er schon beschlossen nur mehr langsam auf kürzestem Weg zurück zu Start und Ziel zu joggen, denn irgendwie musste er schließlich dorthin zurück kommen.

Da lief der Comeback Kenianer, der den ganzen Marathon in Angriff genommen hatte, zu ihm auf, und überredete ihn, dass er ihn doch bis zum Halbmarathon quasi als Pacemaker begleiten solle. Der Weiße Kenianer ließ sich überreden und so ging es im Marathontempo (zirka 4:50/km) des Comeback Kenianers halbwegs erträglich dahin.

Eigenartiger Weise kam der Weiße Kenianer sogar halbwegs ins Laufen, je länger die Schlacht dauerte. Eine vernünftige Endzeit für den Halbmarathon war allerdings längst außer Reichweite und so überlegte er, ob er nicht versuchen sollte mit dem Comeback Kenianer mitzulaufen - für den ganzen Marathon längen sie ja noch ganz gut in der Zeit.

Doch ab Kilometer 15 sank die zwischenzeitliche "Begeisterung" des WK wieder und auch das eigentlich moderate Tempo begann "zach" zu werden. Als der Comeback Kenianer dann kurz vor der Halbmarathon-Marathon-Gabelung verlautbarte, dass er auf die zweite Runde pfeifen und mit dem WK mit ins Halbmarathon-Ziel laufen würde, war der Schwachsinnsplan vom ganzen Marathon auch sofort wieder gestorben.

Mit einer selbstgestoppten Zeit von 1:44:05 lief der Weiße Kenianer letztendlich ins Ziel. Ganze 9 Minuten über der geplante Zielzeit von 1:35:00. Und da an diesem Tag ohnehin schon nichts ging, brummte Pentek Timing dem Weißen Kenianer noch zusätzliche 5 Minuten auf - in der offiziellen Ergebnisliste scheinen 1:49:20 sowohl als Brutto- als auch als Nettozeit auf - da wurde wohl vergessen die 5 Minuten, die der zweite Startblock später gestartet war, abzuziehen. Der Comeback-Kenianer lief 1:44:04 - und der WK war ein paar Meter vor ihm ins Rennen gegangen und war ein paar Meter nach ihm ins Ziel gelaufen …

Der Weiße Kenianer (links) und der Comeback Kenianer beim Zieleinlauf.

Aber egal ob 1:49:20 oder 1:44:05 beide Zeiten sind ohnehin zu vergessen, wie die gesamte Schlacht inklusive der letzten beiden Wochen davor …

Wenn man nicht wirklich fit ist, dann bringt es auch nichts sich in eine Schlacht zu werfen - aber wenn man schon angemeldet ist, sich darauf freut, drauf hingearbeitet hat und auch eine Wette laufen hatte - dann siegt der Kampfgeist leider doch über die Vernunft.

Alles andere als ein Triumphzug war die gemeinsame Heimfahrt mit dem Comeback Kenianer - zwei geschlagenen, gefrustete Krieger die sogar zum Umdiewettejammern zu niedergeschlagen waren - ein Trauermarsch auf kenianisch ...

Wie unvernünftig sein Antreten war, musste der Weiße Kenianer gestern beim Arzt einsehen. Die hartnäckigen Halsschmerzen sind immer noch nicht weg, und die Ärztin fragte nach der Untersuchung nur ungläubig: "Sie sind aber nicht am Sonntag in Graz gelaufen, oder?".

Tja, kleinlaut gab der Weiße Kenianer zu, dass er schon gestartet war und noch kleinlauter wurde er als die Ärztin eine Woche Sportverbot verhängte. Jetzt heißt es eine Woche lang brav Tabletten lutschen, fleißig Gurgeln und ekelige Nasentropfen den Gaumen hinunter rinnen lassen …

Noch kurz zur Wette: Kabarettist Martin Kosch lief in Graz seinen ersten Halbmarathon und hatte sich zum Ziel gesetzt, dass er unter 2 Stunden bleiben würde. Der Weiße Kenianer hatte mit ihm gewettet, dass er 25 Minuten schneller (sprich: 1:35:00) laufen würde. In 2:00:02 entschied Martin Kosch diese Wette klar für sich und darf sich über ein vom Weißen Kenianer gekochtes Galadinner freuen.

Ausblick: Jetzt heißt es eine Woche wirklich Ruhe geben und dann mit neuer Motivation auf zu neuen bzw. alten Zielen, denn das Vorhaben am 12. 04. 2015 beim "Fußmarsch in Wien" die 1:30:00 Schallmauer zu knacken steht nach wie vor, auch wenn es jetzt wieder weiter weg gerückt ist und der 1:35:00-Zwischenschritt fehlt …

Aber der Winter ist lang und er wird hart werden - zumindest in Sachen Lauftraining. Da wird der Profi-Dompteur 2.0 den Weißen Kenianer wohl ganz schön quälen (müssen).

Hakuna Matata!

2 Kommentare:

  1. Hab schon geglaubt du bist in der Walzerschritttanzstaffel gestartet.
    Gute Besserung

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    1. Lieber Anonym,

      schwindlig wäre mir wohl danach gewesen und vielleicht versuche ich es in Zukunft tanzend - vielleicht macht das schneller.

      Danke und Hakuna Matata
      WK

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