Nach über zwei Wochen Flucht in die schöne Scheinwelt des wohlverdienten Familienurlaubs muss der Weiße Kenianer nun den Tatsachen endlich doch ins Gesicht sehen. Und nun beginnt die Aufarbeitung einer Serie von Niederlagen. Heute beginnend mit der schmerzlichsten ...
Niederlage des Jahres. Leider muss man es so hart sagen bzw. schreiben: Der Rote Kenianer hat den Weißen Kenianer beim rot-weißen Duell des Jahres bei der "Schlacht um Gösselsdorf" schlichtweg vernichtend geschlagen. Auch wenn viele 50 Sekunden für einen denkbar knappen Vorsprung halten, sind es für den Weißen Kenianer 50 Sekunden der Schmach, 50 Messerstiche in das sensible Krieger-Ego, 50 schmerzliche Ohrfeigen und jede einzelne hallt noch lange nach ...Natürlich könnte der Weiße Kenianer nun locker 50 plausible Ausreden anführen um die Niederlage zu relativieren. Und er hätte sie auch schon beisammen, 50 Ausreden wie:
1. Das Wasser war zu warm!
2. Die Gösselsdorfer Seerosen zogen ihn wie Schlingpflanzen nach unten!
3. Der Schwimmaustieg war zu steil!
4. Der Helm war in der ersten Wechselzone vom Schlachtross gefallen!
5. Die Radbrille war überhaupt verschwunden!
6. Die Wechselzone war zu lang!
7. Die Radschuhe vielen vom Schlachtross!
8. Das Wechseln dauert viel zu lange!
9. Nur bei ihm war Gegenwind!
10. Alle anderen fuhren Windschatten ...
...
Aber der Weiße Kenianer als ehrenhafter Krieger versucht auch nach einer so schmerzlichen Niederlage mit erhobenen Haupt von Schlachtfeld zu schreiten und die Top-Leistung seines Gegners des Roten Kenianers anzuerkennen.
Wieder einmal hat der Rote Kenianer alles und noch ein wenig mehr gegeben und sich die ganze Schlacht lang am Limit und sogar darüber begeben, und genau das machte auch den Unterschied von 50 Sekunden aus.
Der Weiße Kenianer kann sich bei Blitz-Schlachten (Sprintbewerben) einfach nicht genügend überwinden um in allen drei Disziplinen am Limit ein Höllentempo zu gehen.
Vielleicht doch kurz zum Schlachtverlauf. Kurz zusammengefasst muss der WK leider ganz tief in die Phrasenkiste greifen und 10 Euro ins Phrasenschwein einzahlen:
Man kann eine Triathlon nicht beim Schwimmen gewinnen aber verlieren!
Bis in die vom Lauftraining blauen Zehenspitzen motiviert suchte sich der WK gemeinsam mit dem Kenianischen Jungstar 1 beim Schwimmstart einen Platz ganz vorne rechts, gleich neben dem Steg. Schon vor dem Start gab es dort wassertretend ein schweres Gedränge und mit der Starsirene brach die Hölle los. 300 Starter prügelten auf den Gösseldorfersee ein und jeder wollte als erster die 500 Meter hinter sich bringen. Und da heißt es schon wieder eine Tri-Phrase zu strapazieren, denn zum ersten Mal geriet der WK in die gefürchtete Waschmaschine. Er bezog die Prügel seines Lebens.
Von links, rechts und hinten hämmerten die Krieger auf ihn ein und nach vorne gab es auch kein Entkommen. Eingekeilt und nach Luft ringend, versuchte er sich frei zu strampeln bis die Oberschenkel brannten. Schnappatmung und leichte Panik gestellten sich dazu und so musste er einige Züge brustschwimmend einschieben.
Der Weiße Kenianer ließ die Schlägertruppe ziehen und suchte sich einen Platz ganz rechts an der Begrenzungsleine. Dort war endlich ein wenig Platz um ins normale Schwimmen zu kommen. Noch immer völlig außer Atem zwang sich der WK weiter zu schwimmen und sich langsam zu beruhigen, seinen Rhythmus zu finden um noch zu retten, was noch zu retten war.
Nach 8 Minuten 53 Sekunden erreichte er endlich das rettende Ufer.
Völlig blau und genau 53 Sekunden hinter seinem Zeitplan.
Am HN-Schlachtross dauerte es einige Kilometer bis er wieder Herr seiner Sinne und Kräfte war und dann ging es - trotz starken Gegenwindes - immer besser dahin. Nach 51 Minuten und 52 Sekunden stellte er das müde Schlachtross in den T2-Stall. Eine für die Windverhältnisse halbwegs ansprechende Zeit. Allerdings im Vorjahr hatte der Weiße Kenianer die Strecke in der Staffel in 48 Minuten abgespult und für die Soloteilnahme hatte er mit einer Zeit von 50 Minuten spekuliert.
Der Weiße Kenianer brillenlos am HN-Schlachtross.
Aber wie gesagt da fehlen dem WK für so kurze Ritte die Härte gegen sich selbst und vor allem die nötige Tempohärte. Im angeschlagenen Tempo hätte er sicher noch eine zweite Runde reiten können, aber die eine 32 Kilometer Runde mehr zu puschen war einfach nicht drinnen.
Und so trat das schier Unfassbare ein. Der abschließende Infanteriemarsch wurde das Leistungs-Highlight des Tages. Mit einer Zeit von 33:34 auf der selektiven Strecke - der Anstieg nach rund 4,5 Kilometern ist einfach der Hammer - ließ er Kenianische Laufgrößen wie den Hopfentee Kenianer hinter sich. Allerdings blieb er auch hier eine Minute über der erhofften Zeit und wieder gab es zwei Gründe. Wieder konnte er sich auf dem kurzen Lauf nicht genügend quälen und Tempo machen, wieder hatte er im Ziel das Gefühl, dass er seinen Kilometerschnitt noch hätte länger laufen können aber leider auch um keinen Schritt schneller.
Der Hopfentee Kenianer im neuen Wettkampfdress!
© Weiße Kenianerin
Der Weiße Kenianer im gewohnt locker,
federnden, schwebendem Bergaufschritt.
© Weiße Kenianerin
Der Rote Kenianer wie immer vom am Anschlag!
© Weiße Kenianerin
Der Rote sieht rot ...
© Weiße Kenianerin
Der Weiße Kenianer verneigt sich tief, gratuliert dem Roten Kenianer und beginnt diese Woche mit den ersten harten Intervall-Läufen auf der nagelneuen Kenianischen Tartanbahn im Kenianischen Stadion.
Auf der nagelneuen Kenianischen Tartanbahn wird der Weiße Kenianer
ab sofort unter Anleitung des GTD-Profi-Dompterus 2.0 an seiner Tempohärte arbeiten ...
Hakuna Matata!






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